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10.12.09
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So, nun will ich mich hier aber mal vorstellen, damit Ihr mich besser kennen lernt:Ich heiße Louis, wurde
per Not- KS Mitte März 2006 geboren, also 9 Wochen zu früh, Aber das ich heute meine Vermieter auf Trab halten darf, ist schon eine kleine Geschichte: Also, das war so, wenn ich meinem Papi und meiner Mami Glauben schenken darf (alles soll man den großen Menschen ja nicht glauben ;-)): Papi und Mami haben sich ganz doll lieb gehabt...*rotwerd.. hihi*, und aus ihrer Liebe bin ich dann entstanden, sagen sie mir immer. Da hab` ich dann in Mamis Bauch gewohnt, da wollte ich eigentlich auch 10 Monate/40 Wochen bleiben. Mami wurde plötzlich immer öfter übel, daran hab wohl ich schuld ;-) und so habe ich mich dann im Herbst 2005 angekündigt. Erst Mal geriet alles etwas aus den Fugen weil ich zeitlich so gar nicht in die Zukunftsplanung "passte". Aber Ihr könnt Euch sicherlich vorstellen wie egal mir das war, denn ich wollte unbedingt zu den beiden. Schließlich habe ich sie mir als Eltern ausgesucht. Mit mir wurden so einige
Untersuchungen gemacht, u. a. auch das Erst-Trimester-Screening (NFM
Nackenfaltenmessung und
Blutuntersuchung)...war ja irgendwie modern und man konnte ja noch einmal
mehr sein Baby im Bauch bewundern ;-), und alle
Untersuchungen ergaben sehr gute "Werte" (meine Nackenfalte war
geradezu perfekt mit 1,5 mm und es gab einen Wert von 1: zu mehreren TAUSEND), aber das sind natürlich
nur Wahrscheinlichkeitswerte. So dass in Absprache die
Entscheidung getroffen wurde keine Amniozentese (Fruchtwasseruntersuchung) zu machen (mir sollte ja nix
geschehen). Mami und Papi sagen, sie sind unendlich
dankbar, dass sie in der Schwangerschaft nicht vor die Entscheidung gestellt
wurden, ob sie mich haben wollen, oder nicht. Die Chancen hätten wohl schlecht
gestanden, wenn man es rein statistisch betrachtet, denn 9 von 10 Kindern werden wohl getötet, wenn das
Down-Syndrom in der SS erkannt wird, u. a. auf Grund der schlechten
Informationen in unserer Gesellschaft, Zeitdruck nach der Diagnosestellung
(statt die Möglichkeit zu haben eine Familie mit einem Kind das mit
Down-Syndrom geboren wurden einfach mal kennen zu lernen und am
Familienleben teilzunehmen),
denn Ängste hat man vor allem vor
Dingen die man nicht kennt und über die man nichts weiß. Ach ja, und für die Menschen die
denken, meine Eltern sind Helden oder Übermenschen, weil sie DAS ;-) können,
da muss ich Euch sagen: Seid versichert, sie sind ganz sicher keine Helden.
Nach der Geburt bzw. der Diagnose haben sie, wie alle, gedacht `Das schaffen
wir nicht.`.... `Das können wir nicht.`... Sie sind keine Helden, haben
keine besonderen Fähigkeiten, sie haben keine extra Ausbildung, sie sind
Menschen wie jeder andere auch. Sie lieben mich, ihr Kind, und das ist das
einzige was wichtig ist.
Meine Beiden jedenfalls
akzeptieren beide Entscheidungen von Eltern und könnten niemanden
für seine Entscheidung verurteilen, aber sie sind traurig, wenn sie hören,
dass ein Kind wegen Down-Syndrom getötet wurde, und sie können sich gar nicht vorstellen, wie es
wäre, wenn ich nicht da wäre. Im März 2006 wurden wir dank
unserer tollen FÄ, Dr. Rix, zum Doppler an Prof. Wilhelm überwiesen, dem wir
auch sehr dankbar sind, denn ihm haben wir u. a. mein Leben zu verdanken. er
hat gemerkt, dass etwas mit meiner Versorgung nicht stimmt. Mami kam sofort in die
Uniklinik in Köln. Man, das war erst Mal ein Schock sag ich Euch. Ich war noch im warmen Bauch von
Mami, als ich plötzlich rausgerissen wurde, da hab ich erst mal `nen
Mords-Protest-Brüller losgelassen und schon hörte ich sie wieder weinen,
aber diesmal vor Glück. Da war ich nun: Aus dem Bauch, mitten ins Herz!
Natürlich geht` s noch weiter, der beste Teil kommt noch:
Das ist die Fortsetzung von "Über mich" : Nun bin ich also auf dieser Erde !!! Ich wurde sofort weggebracht wo
noch mehr Menschen um mich rum standen, aber nirgendwo war die Stimme meiner
Mami, bis ich auf einmal meinen Papi zu hören glaubte und als ich spürte wie
seine Finger mich berührten, habe ich sofort zugegrabscht, damit er ja nicht
wieder geht und ich alleine bin. Den Rest weiß ich nur vom Hören
Sagen. Meine beiden Großen waren im Aufwachraum und nach einiger Zeit kam
meine Kinderärztin zu ihnen und sagte betreffend der Frühgeburtlichkeit
mache ich mich sehr gut, aber...... Alle sagen, ich sei ein
`besonderes Kind`, denn ich habe 47 Chromosomen, statt wie die meisten
anderen 46. Oft wird dies auch das (Glücks)Chromosom genannt, denn wir haben
eine ganz besondere Art mit anderen Menschen umzugehen und sind sehr
einfühlsame Menschen, etwas was heutzutage leider oft immer weniger wird
(Einfühlsamkeit und soziales Verhalten). Eins sag ich Euch, ich verstehe die ganze Aufregung um mich nicht, von wegen ich bin "besonders". Jedes Kind auf dieser Welt ist "besonders" und sollte von Herzen bedingungslos geliebt werden. Da hat doch mal ein ganz lieber
Mensch zu meinen beiden Großen gesagt: "Er hat das Down-Syndrom? Ja und?....
Wo ist denn bloß Euer Problem? Ich verstehe das nicht. Hauptsache Louis wird
glücklich." Im Krankenhaus wurden die beiden immer wieder unterstützt und sind den Ärzten und Schwestern dankbar für all die Worte, positiven Gesten, die Umarmungen und v. a. die liebevolle Selbstverständlichkeit mit der ich behandelt wurde. All dies hat Mami und Papi sehr geholfen und natürlich auch der tolle, liebevolle Umgang und die Akzeptanz mit der ich von unserer Familie und Freunden behandelt werde. Inzwischen bin ich nach 7 Wochen Krankenhaus, bei meinen beiden "Großen" zu Hause und halte sie mächtig auf Trab. Nachts erzähl ich ihnen nämlich immer was ich tagsüber so erlebt habe und das ist zur Zeit sehr sehr viel. Dementsprechend quake und quake und quake ich die ganze Nacht, bis den beiden die Ohren glühen...hihi....aber ich kann auch anders. Bin nämlich ein Langschläfer und wehe man weckt mich vor 12 Uhr mittags, dann gibt`s aber Ärger und ne Schippe. Unsere Tage sind seit ich zu Hause bin, leider sehr stressig, denn ich habe jeden Tag Termine weil ich zu früh auf die Welt gekommen bin, nun werde ich sehr gut überwacht. Mir macht das ja nix, ich schlafe nämlich beim Auto fahren...*breitgrins*. Aber Mami und Papi sind wohl etwas schlapp auf der Brust...Weichspüler halt, nix Gutes mehr gewohnt.... ;-) Ich fühle mich pudelwohl bei den beiden, hab ich mir gut ausgesucht, die tragen mir nämlich jeden Pups hinterher, ja ja Papi und Mami habe ich voll im Griff.
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Stand: 06.10.09